Nova Scotia, New Brunswick und Quebec

Nach über 20 Stunden Gefangenschaft auf der Fähre von Neufundland sind wir nun endlich wieder in Sydney, Nova Scotia angekommen. Nachdem wir ja diese Ecke der Provinz bereits vor der Überfahrt nach Neufundland erkundet haben, wollen wir möglichst schnell von Cape Breton Island runter und in wärmere Gefilde. Der Plan geht nur leider nicht auf. Ein paar Minuten auf dem Highway geht das Bockerl während dem Fahren einfach aus. Tot. Ende. Finito! Wir lassen es auf den Seitenstreifen rollen und sind erst einmal ratlos und einfach nur genervt! Motoröl passt, Kühlwasser passt. Wir finden das Problem nicht! Das Problem löst sich jedoch, Gott sei Dank, nach einer Viertelstunde von selbst – wahrscheinlich nur vorübergehend. Das Bockerl springt an und wir fahren ohne weitere Probleme zum nächsten Campingplatz. Es ist nun eh recht spät und wir haben keine Lust weitere Risiken einzugehen, indem wir uns einen Stellplatz in den Pampas suchen.

Es ist warm! Und die Sonne scheint! Wir können tatsächlich im T-Shirt rumlaufen. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was das bei uns nach der Kältezeit für ein Glück auslöst! Die letzte Etappe in Nova Scotia fahren wir deshalb nicht wie geplant über den Transkanadischen Highway, sondern nehmen doch die längere Route entlang des Northumberland Shores am Meer. Wir finden einen Stehplatz für die Nacht am Wasser inklusive Sandstrand und entspannen einen Abend draußen im Pulli, während wir westlich von uns den Sonnenuntergang genießen und im Osten schon der Mond am Himmel steht. Nova Scotia ist in den drei Wochen, in denen wir auf Neufundland waren, regelrecht aufgeblüht! Der Sommer ist hier wohl endgültig angekommen. Alles ist grün und die Wiesen sind voller Lupinen, die in den verschiedensten Farben blühen.

Wir haben zwei Tage gebraucht um Nova Scotia zu durchqueren. Hallo New Brunswick, oder auch „Drive Through Province“, wie die Kanadier diese Provinz liebevoll nennen. Wir sehen New Brunswick fast nur vom Transkanadischen aus. Wir fahren nämlich auch nur durch. Die Provinz ist grün. Wir kennen nun ALLE Grüntöne und –schattierungen die es auf diesem Planeten gibt. Aber New Brunswick ist eigentlich sogar richtig schön. Wälder und Flussauen. So anders im Vergleich zum steinigen Neufundland und maritimen Nova Scotia. Wir machen einen Stopp in Fredericton, der Hauptstadt, um zu tanken, als wir gegenüber einen Laden sehen der Schilder und Aufkleber macht. Nachdem das Bockerl ständig fotografiert wird, wollen wir die Adresse unserer Homepage auf die Seitenwände des Klappdaches pappen. Der Besitzer hat Zeit und bietet uns zwei Aufkleber für insgesamt 40 Dollar an. Gesagt, getan. Während er alles fertig macht, die Aufkleber anbringt und uns noch dazu überredet, die Deutschlandflagge auf das Bockerl zu kleben (Zitat: „Die Deutschen sind hier recht beliebt“), unterhalten wir uns wunderbar. Er ist fertig. Wir wollen zahlen. Er will das Geld nicht. Dabei klopft er Thomas auf die Schulter, gibt ihm einen festen Händedruck und sagt „Welcome to Canada“. Das haut uns einfach immer wieder um! Diese Offenheit, Großzügigkeit und Gastfreundschaft ist der Wahnsinn! Das möchten wir mit nach Hause nehmen.

Zwei deutsche Kartoffeln im Kartoffelmuseum

Es regnet wieder. Es sieht aus als würde die Welt unter gehen. Über den Himmel schiebt sich eine dunkelgraue Regenwolke, die aussieht als würde sie gleich New Brunswick verschlucken. Aber was sehen wir vom Highway aus?! POTATO WORLD in Florenceville. DAS Kartoffelmuseum! Wie können wir uns das entgehen lassen?! Florenceville ist die Heimat des Tiefkühlkost Imperiums „Mc Cain“ und der Kartoffelanbau bestimmt vor allem den westlichen Teil der Provinz. Wir Kartoffeln machen uns vertraut mit der Geschichte der Knolle und entgehen auch noch dem Regen. Wir hatten auf jeden Fall einen Heidenspaß und dabei den ein oder anderen Lachanfall.

Am Abend landen wir an einem Campingplatz in Grand Falls. Da wir die ganze Zeit über den Transkanadischen Highway fahren, gestaltet sich die Suche nach wilden Stehplätzen ein bisschen schwierig und wir haben nach der ganzen Fahrerei auch nicht mehr die Muße in die Pampas zu fahren und zu suchen. Aber auch Campingplätze sind manchmal klasse. Wir lernen ein paar Kanadier in unserem Alter kennen und verbringen einen super Abend bei einigen vielen Bierchen.

Wir haben zwei Tage gebraucht um New Brunswick zu durchqueren. Hallo Quebec, die flächenmäßig größte Provinz Kanadas und die mit dem größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Hier ist alles auf Französisch geschrieben. Viele Quebecer können noch nicht einmal Englisch (oder sie tun einfach nur so?). Auch hier ändert sich die Landschaft wieder. Wo der Teil New Brunswicks, durch den wir gefahren sind, primär aus Wald und Fluss bestand, ist Quebec  landschaftlich offener und weitläufiger. Wir können in die Weite sehen. Was in Brunswick die Kartoffel war, sind hier die Farmen und Städte. Der Canada Day steht vor der Tür. Der 1. Juli ist der kanadische Nationalfeiertag und gefeiert wird die Bildung Kanadas (als Bundesstaat des britischen Commonwealth) durch den British North America Act im Jahre 1867. Leider ist hier eben alles Französisch und die Quebecer feiern den Tag nicht so dolle wie das restliche Kanada. Wir wollen uns dennoch heute Quebec City anschauen. Und obwohl die Quebecer den Tag nicht so zelebrieren, ist die Stadt rappelvoll. Wir finden keinen Parkplatz und stehen im Stau. Was soll's….wir sind ja nicht auf Weltreise um uns Städte anzusehen. Weiter geht's. Auch Montreal lassen wir deshalb aus und fahren durch…

…Tschüss Quebec. Wir haben zwei Tage gebraucht um auch diese Provinz zu durchqueren. Hallo Ontario! Hier bleiben wir etwas länger!

1 Kommentar

  1. Eva Schygulla
    2. November 2018

    Hallo, ihr Kartoffeln 🙂
    vielen Dank für die wunderbaren Berichte. Danke, dass wir dabei sein dürfen.
    Die schönen Fotos bestätigen die schriftliche Berichterstattung.
    Danke Yvonne, danke Thomas.
    Wünsche euch das Beste auf eurer Reise und vielleicht bis dem nächst.
    Liebe Grüße
    Mamschy

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