British Columbia – Riesenbäume und ein Wiedersehen

Nach der Touristenhochburg Banff erreichen wir die Provinz British Columbia (B.C.). Irgendwo auf dem Highway 16 machen wir Halt an einer Recreation Site. Recreation Sites sind meist kostenlose Erholungsgebiete an denen man häufig auch umsonst campen kann. Wir machen allerdings nur eine Pause und bleiben nicht über Nacht, da wir uns in ein paar Tagen nochmal mit Thomas und Susanne aus Frankfurt treffen möchten, mit denen wir, zusammen mit Gianni aus der Schweiz, einige Tage lang bis nach Manitoba gereist sind. Als Thomas aus dem Fenster schaut, bemerkt er, dass sich der Boden „bewegt“. Nach genauerem Hinsehen, stellen wir fest, dass der ganze Boden mit Babyfröschen übersät ist. Beim Aussteigen müssen wir aufpassen die kleinen Dinger nicht platt zu machen, da es kaum eine freie Stelle gibt, um die Füße abzusetzen. Auch der angrenzende See ist voll mit Kaulquappen. Nach einem Spaziergang der eher zur Aufgabe „nicht die Frösche platt machen“ wird, überlassen wir sie ihrem Schicksal und machen uns wieder auf den Weg. Unterwegs gibt es dann mal wieder eine Elchsichtung.

Elch gegsichtet in British Columbia, Kanada
Elche sehen schon irgendwie lustig aus

Zufälligerweise landen wir am Ancient Forest Provincial Park. Eigentlich wollten wir nur eine Pippipause einlegen, als wir von Urlaubern angesprochen werden. Das Paar ist gerade mit einer Reisegruppe unterwegs und kommt aus Wolfratshausen. Ja ja, die Welt ist klein. Wir entschließen uns eine Wanderung durch den Park zu machen und sind überrascht wie schön es hier ist. Wir laufen vorbei an riesigen, bis zu 1.000 Jahre alten Rotzedern, vorbei an überdimensionalen Riesenblättern (keine Ahnung was das für Pflanzen sind) und immer weiter durch den Regenwald. Manchmal lohnt es sich echt, einfach ohne Plan irgendwo stehen zu bleiben und sich überraschen zu lassen.

Wir machen uns weiter auf den Weg gen Westen, als wir eine Schwarzbärin mit ihren zwei Jungen sehen. Leider schlagen sie sich so schnell in die Büsche, dass wir noch nicht einmal bis Drei zählen können. Wir fahren vorbei an Prince George, der Drehpunkt in den Norden. Es gibt insgesamt zwei Strecken nach oben: den Alaska Highway (Highway 1) oder den weiter westlich gelegenen Stewart Cassier Highway (Highway 37). Wegen unserem geplanten Treffen mit Thomas und Susanne nehmen wir den Stewart Cassier. Auf der Strecke erreicht uns immer mal wieder Brandgeruch von den aktuellen Waldbränden, aber bisher haben wir davon direkt noch nichts mit bekommen. Als nächstes passieren wir den Ort Smithers. Im Hintergrund ragt ein Berg der Rockies in die Höhe, der in den Wolken hängt. Den rotbraunen, schneebedeckten Gipfel sehen wir dennoch. Talwärts breiten sich die grünen Wiesen aus. Die Sonne scheint und die blauen Seen und Flüsse glitzern unter den Bergen der Rocky Mountains. Doch nun Schluss mit den schmalzigen Umschreibungen und rauf auf den Stewart Cassier (Highway 37), wo Thomas und Susanne schon einen Camp Spot ausfindig gemacht haben.

Eine Runde Fischen in B.C.

Wir schlagen unser Lager an einem See auf, der von hüpfenden Forellen nur so wimmelt. Da bleibt uns nichts anderes übrig als die Angelruten auszupacken. Anfängerglück! Das erste Mal fischen und ich habe eine Forelle dran. Zwar eine Kleine, aber immer noch groß genug zum Essen.

Am nächsten Morgen macht sich mein Thomas, zusammen mit Susanne, auf zum kleinen Ort Kitwanga und seinen berühmten Totempfählen, um Köder zum Fischen zu besorgen. Währenddessen versuchen der Frankfurt-Thomas und ich mehr Forellen zu erwischen. Leider erfolglos. Zurück aus der „Stadt“ macht sich Thomas dran den Zweittank abzudichten, der ein kleines Loch hatte, wobei sich noch ein paar andere Problemchen auftun: am rechten Vorderreifen läuft Bremsflüssigkeit herab. Der Bremssattel muss erneuert werden. Auch die Antriebswelle auf der Beifahrerseite hat Spiel. Die beiden Probleme müssen jedoch auf später verschoben werden, da wir noch 837 km durch die Pampas vor uns haben, bis wir in der Provinz Yukon und dessen Hauptstadt Whitehorse ankommen. Dort leben unsere Bekannten Sandra und Sascha, denen wir einen Besuch abstatten wollen. Also widmen wir uns dem gemütlichen Teil und schmeißen u.a. die selbstgefangene Forelle auf den Grill.

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